| 12.12.2007 |
| DJV kritisiert Tarifbruch bei der WN |
| In Münster steigt schon wieder ein Verlag aus der Tarifbindung aus. Neue Redaktionsmitglieder der in Münster erscheinenden West fälische Nachrichten werden ab sofort in einer Gesellschaft beschäftigt, die nicht der Tarifbindung unterliegt. Die Verlagsleitung will so Personalkosten sparen und vor allem die im Gehaltstarifvertrag für Redakteure in drei Schritten vorgesehene Anhebung der Gehälter nach der Zahl der Berufsjahre vermeiden. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes NRW, Helmut Dahlmann, kritisiert die Pläne der Verlegerfamilie Hüffer deutlich: Dass ein wirtschaftlich kerngesundes Medienunternehmen wie der Verlag Aschendorff nur wenige Monate nach den skandalösen Vorgängen bei der Münsterschen Zeitung, wo der Verleger die komplette Redaktion über Nacht ausgetauscht hat, selbst offenen Tarifbruch begeht, ist alarmierend. Das schlechte Beispiel findet leider immer schnelle Nachahmer, sagte Dahlmann im Rahmen der letzten Sitzung des Landesvorstandes in diesem Jahr. Besonderes Gewicht hat dieser Vorgang, weil mit Dr. Benedikt Hüffer einer der beiden Geschäftsführer des Verlages auch Vorstandsmitglied des Zeitungsverlegerverbandes NRW ist. Dr. Hüffer hatte noch im Januar deutliche Kritik an den Maßnahmen des MZ-Verlegers Lambert Lensing-Wolff geübt. Sein jetziges Vorgehen lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit dieser früheren Äußerungen aufkommen , stellt DJV-Geschäftsführer Kajo Döhring fest. Dies gilt umso mehr, als jetzt weiter reichende Pläne des Verlages bekannt geworden sind: Weite Teile des technischen Druck- und Dienstleistungsbereiches sollen in eine nicht tarifgebundene neue GmbH ausgegliedert werden. Der DJV fordert die Verleger der WN auf, als Tarifpartner nach Lösungen zu suchen und die gültigen Tarifverträge zu akzeptieren. |

